Zeittafel zur Rechtschreibreform

Aus einem Zeitdokument zum Thema Rechtschreibreform (gekürzt).

1987 Die Kultusministerkonferenz (KMK) erteilt den Auftrag, ein neues
     Regelwerk zu entwerfen.

1988 Übergabe eines (unvollständigen) Vorschlages. Sofortige öffentliche
     Polemik, vor allem gegen Neuschreibungen wie "keiser" und "bot".

1992 Vollständiger, international abgestimmter neuer Vorschlag

1993 KMK fordert 43 Verbände zur Stellungnahme auf; 28 Gutachten werden
     veröffentlicht, 30 Institute und Organisationen zu einem Hearing
     in Bonn eingeladen. Weiter Hearings in A und CH. Aufgrund der Einwände
     wird der einhellige Vorschlag reduziert (Substantivgroßschreibung,
     dass).

1994 Gemeinsame Sitzung der nationalen Fachkommissionen, Experten einigen
     sich auf Neuregelungsvorschlag. Gegenüber dem Vorschlag von 1992
     erstmals: Regeln für Groß/Klein und Getrennt/Zusammen,  die durch die
     Beibehaltung der Substantivgroßschreibung nötig geworden waren.

1995 Vollständige Veröffentlichung, Vorlage für die amtliche Regelung.
     Späte Einwände des bayerischen Kultusministers gegen Fremdwort-
     schreibungen, "heiliger Vater" und "letzte Ölung". 45 eingedeutschte
     Schreibvarianten werden gestrichen. Beschluß der KMK. Einführung
     der Reform 1.8.1998, Übergangsphase bis 2004/5.

1996 Billigung durch Bundeskabinett, neun Staaten stimmen zu, die ersten
     Bundesländer führen die Regelungen ein, während der Buchmesse
     öffentliche Polemik gegen die Reform, Frankfurter Erklärung (Denk)

1997 Gerichte werden angerufen, ob die Einführung durch Erlass rechtmäßig
     war, die meisten befinden pro. Niedersachsen setzt die Reform
     vorläufig aus.

1998 Die Rechtschreibkommission in neuer Zusammensetzung sucht der
     heftigen inhaltlichen Kritik Rechnung zu tragen, in dem sie das
     beschlossene Regelwerk an einigen Stellen modifiziert, vor allem
     bei Zusammenschreibung von Verbverbindungen. Die KMK legt diese
     Reform zu den Akten. Der erste Senat des Bundesverfassungsgerichtes
     weist die Verfassungsbeschwerde eines Lübecker Elternpaares ab.
     Schleswig-Holstein schert durch einen Volksentscheid aus der
     Rechtscheibreform aus.

Aus einem Zeitdokument zum Thema Rechtschreibreform.


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